Qualität der Lehre
Generative KI wollen wir in der Lehre der TH Brandenburg als ein weiteres digitales Werkzeug und Hilfsmittel für didaktische Zwecke beurteilen und nutzen, wo es sinnvoll ist. AI Literacy sehen wir hierbei als wesentliche Schlüsselkompetenz im Bildungsbereich. Handlungsimperative in diesem Umstellungsprozess sind: Informieren, Austauschen, Aufklären und Unterstützen.
Die Durchführung von Prüfungen an der TH Brandenburg regelt die Rahmenordnung. Darin gibt es keine Sonderregelungen für den Einsatz Generativer KI und soll es auch in Zukunft nicht geben. In welchem Umfang Tools erlaubt sind und wie ihr Einsatz ggf. zu dokumentieren ist, entscheidet die jeweilige Lehrperson. Da machen auch die KI-Tools keine Ausnahme. In der Selbstständigkeitserklärung des Prüfungsamtes muss die vereinbarte Nutzung von KI-Tools notiert werden.
Qualitätssicherung und Entscheidungen wie Beurteilung und Notenfestsetzung bleiben menschliche Verantwortung und Verpflichtung. Vollautomatisierte Entscheidungen durch KI sind nach DSGVO verboten.
Die THB verfügt aktuell über ein Lizenzpaket des Anbieters "fobizz" für Lehrende. Pro Lehrlizenz können dann bis zu 50 Studierende zur Mitnutzung verschiedener KI-Tools eingeladen werden. In fobizz nutzen Sie text- und bildgenerierende KI-Software auf einer übersichtlichen Plattform und können auch eigene Chatbots/KI-Assistenten erstellen. Bei Lizenz-Interesse melden Sie sich bitte beim Team Digitale Lehre (diglehre[at]th-brandenburg.de).
Achtung:
Bei der Nutzung von fobizz sind Ihre personenbezogenen (Login-)Daten geschützt. Sie sollten aber grundsätzlich nie sensible Daten in einen Prompt eingeben!
Grundsätzlich gilt, dass bei Nutzung von KI-Tools NICHT auf menschliche Qualitätssicherung verzichtet werden darf. Es gibt zwar Technologien, die die Faktentreue solcher Tools erhöhen (z. B. "RAG"), sie garantieren diese aber leider nicht.
Zugang zu textgenerativen KI-Tools
→ LeChat (Mistral) - open source
→ Llama (Meta) - open source
→ ChatGPT (Open AI)
→ Gemini (Google)
→ Co-Pilot (Microsoft)
→ Claude (Anthropic)
→ Grok (xAI)
→ Huggingchat (Huggingface)
Zugang zu spezialisierten textgenerativen KI-Tools für wissenschaftliches Arbeiten
→ Elicit
→ Scite
→ Litmaps
Suchmaschinen für KI-Tools
→ KI-Suche.io (Advanced Innovation GmbH)
Entwicklungen an Hochschulen
→ HAWKI (Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst Hildesheim / Holzminden / Göttingen) – Open Source Interface, dass den Zugang zu verschiedenen LLMs ermöglicht.
→ KI-Connect (RWTH Aachen)
Weitere Links
→ Imarena (LLM und KI-Chatbot Vergleich
→ ki-suche.io (Tool Übersicht)
→ Rules for Tools - Prof. Christian Spannagel (PH Heidelberg), Vorschlag zum Umgang mit (KI-)Tools in der Lehre und bei Prüfungen
→ "KI-Text in Prüfungsarbeiten erkennen. Probleme und Lösungen" von Prof. Matthis Kepser (Universität Bremen).
→ Vorschläge, wie man KI-generierte Texte oder Bilder zitieren kann:
→ KI-Campus, Die Lernplattform für Künstliche Intelligenz - kostenlose Online-Kurse, Videos und Podcasts zu KI-Themen (Schwerpunktthemen: Data Literacy, Maschinelles Lernen, Chatbots und Sprachmodelle, KI in der Medizin), gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
→ fobizz, Toolplattform - Workshops, Webinare zum Thema KI in der Lehre und weitere interessante Themen zur digitalen Lehre
→ Netzwerk Studienqualität Brandenburg (sqb) - Weiterbildungen für Ihre Lehre mit KI-Tools, darunter:
→ Elements of AI - kostenloser Online-Kurs zu den Grundlagen von KI
4 Onlinepaper des Hochschulprojekts KI:connect.nrw zu Rechtsfragen im Umgang mit generativen KI-Diensten (weitere Infos zum Projekt)
Künstliche Intelligenz in öffentlichen Verwaltungen - Grundlagen, Chancen, Herausforderungen und Einsatzszenarien
Authoren: Moreen Heine, Anna-Katharina Dhungel, Tim Schrills, Daniel Wessel
Empholen von: Steffi Haberland
Über eine kostenlose Registrierung bei der Lernplattform KI-Campus können Interessierte KI-Chats kostenlos nutzen. Einmal registriert, können Sie über den Link chat.ki-campus.org das Angebot von HAWKI nutzen. "Das webbasierte Interface bietet einen kostenlosen und einfachen Zugang zu verschiedenen großen Sprachmodellen (derzeit ChatGPT, Llama, Mistral und Qwen) – ohne Paywall und ohne Ihre persönlichen Daten an große KI-Unternehmen weiterzugeben."
Die KI war's! Von absurd bis tödlich: Die Tücken der künstlichen Intelligenz - von Prof. Dr. Katharina Zweig (2023)
Aus dem Klappentext: Katharina Zweig, die renommierte und vielfach ausgezeichnete Informatikprofessorin, erklärt anhand spannender aktueller Fälle, wie wir falsche Entscheidungen von Maschinen erkennen und uns dagegen wehren können.
Empfohlen von: Martha Damus
Das E-Learning-Netzwerk Brandenburg (eBB) lud ein zum Online-Austausch „Best Practice: KI in der Hochschullehre“. Die drei diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Landeslehrpreises stellten ihre prämierten KI-Lehrkonzepte den über 80 Teilnehmenden vor und standen für einen anschließenden Austausch mit allen Interessierten zur Verfügung.
Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung GmbH Göttingen (GWDG) bietet einen eigenen KI-Dienst an, der auf hauseigener Hardware läuft. Nutzer*innen mit einem AcademicCloud-Account (dazu gehören auch alle THB-Angehörigen) können diesen Service nutzen.
Dazu unter chat-ai.academiccloud "Föderierte Anmeldung" wählen und mit dem Account an der eigenen Hochschule anmelden. Eingeloggt stehen dann fünf verschiedene LLM-Umsetzungen zum Ausprobieren zur Verfügung.
Besonderes Augenmerk wird auf den Datenschutz gelegt. Um die Anfragen der Nutzer*innen zu schützen, werden Eingaben und Antworten ausschließlich lokal beim Nutzer gespeichert und nur während einer Sitzung verwendet.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der GWDG .
29.02.2024 | KI-Tools in der Lehre - digitales Austauschformat LEHR|KRAFT mit Demonstrationen von Prof. André Nitze und Prof. Artur Tarassow | Aufzeichnung im internen Moodlekurs
Am 17. Januar 2024 legt die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) ein Impulspapier zu „Large Language Models und ihre Potenziale im Bildungssystem“ vor. "Darin gibt sie Anregungen für den Einsatz im Unterricht, Forschungs- und Entwicklungsaufgaben sowie bildungspolitische Diskussionen: Wie können große Sprachmodelle lernförderlich eingesetzt werden? Welche Kompetenzen sind seitens der Schüler:innen und Lehrer:innen nötig? Wie verändern sich Prüfungsformate durch Chat GPT und Co.?" Vorstellung des Impulspapiers für die Fachöffentlichkeit: 18.01.2024, 17-18 Uhr (Anmeldung)
Wir möchten Ihnen unbedingt die Lektüre des Artikels "KI-Text in Prüfungsarbeiten erkennen. Probleme und Lösungen" von Prof. Dr. Matthis Kepser empfehlen. Denn, anders als der Titel vielleicht erwarten ließe, argumentiert Prof. Kepser zuerst einmal die Vorteile von KI in Lehre und Lernen (KI als Schreibassistenz z.B. zur Ideengewinnung und Inspiration für Argumentation; Ausgleich von Bildungs- und Chancenbenachteiligung, etc.). Er erläutert dann, dass und warum ein eigens von OpenAI entwickeltes Detection Tool wieder vom Markt genommen wurde (ChatGPT konnte nachweislich nicht seine eigenen Texte entlarven und auch nicht die von den ChatGPT-Machern eigens dafür trainierte Software konnte es) und stellt ein Detection-Tool vor, dass zu mehrheitlich korrekten Ergebnissen kommt - GPT Radar. Sich ausschließlich auf ein Detection Tool zu verlassen sei aber nicht der richtige Weg, "denn sie beruhen auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen, die immer auch Irrtümern unterliegen können." Andererseits sei KI-generierter Text nur durch erhebliche menschliche Nachbearbeitung nicht mehr als solcher zu erkennen. "Dann freilich hat aus prüfungsrechtlicher Perspektive immerhin eine eigenständige Auseinandersetzung mit einem KI-generierten Textvorschlag stattgefunden" schreibt er weiter. Da eine ausschließliche (Negativ-)Bewertung aufgrund eines Detection-Tool-Ergebnisses problematisch ist, empfiehlt er auch die händische Analyse und nennt auf Seite 8 und 9 eine ganze Reihe konkreter Auffälligkeiten und "KI-Fehler", die auf KI-generierte Texte hinweisen (stilistische Auffälligkeiten wie hyperbolisch wertende Adjektive, die eher zu einer Marketingsprache passen würden, zu häufige kurze Zusammenfassungen, "künstlich produzierter [argumentativer] Unsinn", kein Gendern, und vieles mehr). Kepser schließt seinen Beitrag mit dem Fazit "dass Prüfer/-innen gegenüber KI-generierten Prüfungslösungen keineswegs machtlos sind. [...] Wünschenswert wäre freilich, dass solche Arbeiten erst gar nicht auf den Schreibtischen der Prüfenden landen. Insofern ist den vielen Stimmen unbedingt zuzustimmen, die eine vermehrte Aufklärungsarbeit an Schulen und Hochschulen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Writing Tools einfordern. [... Denn] AI-Writing Tools können für das schulische und wissenschaftliche Schreiben von großem Nutzen seinein; sie können aber auch zum eigenen Schaden eingesetzt werden."
KI kann uns nicht nur das Schreiben von Texten abnehmen, mit den richtigen Prompts versehen, kann sie uns auch anregende, ja selbst kritische Fragen zur Prüfungsvorbereitung stellen. Beim Tag der Lehre hat Prof. Dr. André Nitze bereits beeindruckend demonstriert, wie Studierende seine ChatGPT-Anwendung zur Prüfungsvorbereitung nutzen können.
Ein Blog-Eintrag im Hochschulforum Digitalisierung bietet nun nicht nur praktische Nutzungshinweise für das sokratische Gespräch mit KI in der Lehre, sondern liefert auch fertige Links zum Ausprobieren.
Kritische Reflexion und Handlungsansätze zum Einsatz Generativer KI in der Wirtschaftsinformatik-Lehre - Beitrag von Vera G. Meister, Claudia Lemke und Doris Weßels im aktuellen Tagungsband des Arbeitskreis Wirtschaftsinformatik an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im deutschsprachigen Raum (AKWI)
Am 28.06.2023 fand ein einstündiger Online-Austausch mit dem Titel "Lessons Learned - das erste Semester mit ChatGPT & Co. an Brandenburger Hochschulen" statt. Teilgenommen haben 62 Personen, mehrheitlich Hochschulangehörige - darunter viele Lehrende, etliche Mitarbeitende und einige Studierende. Beiträge gab es von den Hochschulen TH Wildau, TH Brandenburg, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, BTU Cottbus-Senftenberg, Universität Potsdam und Viadrina Frankfurt/Oder. Das E-Learning Netzwerk Brandenburg (eBB) initiierte und moderierte das Treffen. Sechs eBB-Hochschulvertreter:innen stellten die bisherigen Initiativen ihrer Hochschulen bzgl. KI vor - wie Empfehlungen für Weiterbildungsangebote für Lehrende, Infowebseiten, interner Best Practice-Austausch und diesjährig KI-geprägte Veranstaltungsformate wie "Tag der Lehre" oder Podiumsdiskussionen. Anschließend gab es von jeder der beteiligten Hochschulen einen fünfminütigen Input, entweder aus Lehrenden- oder aus Studierendensicht. Themen waren hier u.a. die Herausforderungen im Umgang mit KI während der Erstellung einer Hausarbeit, kritische Bewertung von KI-Tools im Rahmen einer speziell dafür konzipierten Lehrveranstaltung oder auch die (subjektive) Beurteilung des Mehrwerts von KI-Tools - wofür eignen sie sich und wofür nicht? Es wurde immer wieder berichtet, dass KI-Tools aus Studierendensicht nicht nur als unterstützend, sondern auch "ernüchternd" wahrgenommen werden. Schließlich bringt der Einsatz auch Mehraufwand mit sich: Recherche nach geeigneten Tools, Bewertung der Qualität des Outputs und Überprüfung der Daten. Während der Veranstaltung hat das eBB in einem Conceptboard protokolliert unter diesem Link (mit Gastzugang kostenlos und anonym anschaubar)
Für die THB stellte Olga Levina, Professorin für Wirtschaftsinformatik, ihre Lehrveranstaltung "Wissenschaftliches Arbeiten mit KI-Werkzeugen" vor.
Kompletter Foliensatz der Veranstaltung
14. und 22.03.2023 | Wir und Chat GPT et al. - Kurze Vortragsreihe von Lehrenden für Lehrende der THB
→ Aufzeichnung der Veranstaltung vom22.03.2023 im internen Moodle unter folgendem Link
Im Februar 2024 startete das E-Learning-Netzwerks Brandenburg (eBB) eine Umfrage unter allen brandenburgischen Hochschullehrenden zu ihren Bedarfen an KI-Tools in der Lehre. Hier eine kurze Zusammenfassung des Gesamtergebnisses:
Das eBB (an der THB vertreten duch Martha Damus) geht nach Sichtung der Ergebnisse davon aus, dass mindestens 270 Personen der brandenburgischen Hochschulen Interesse an generativen KI-Tools haben. Sagt aber auch "Sicherlich kann man aber von einer wesentlich höheren Anzahl an Interessierten ausgehen."
In den Ergebnissen wird sichtbar, dass an den Hochschulen unterschiedliche Schwerpunkte im Bedarf an generativen KI-Tools gesetzt werden - am häufigsten genannt werden jedoch durchschnittlich die gewünschten Funktionen 1. Texterstellung (204 Lehrende), 2. sprachliche Korrektur (191) und 3. Bilderstellung (159).Die Brandenburger Lehrenden möchten auch ihren Studierenden generative KI-Tools zum Selbststudium anbieten - am häufigsten genannt werden hier 1. sprachliche Korrektur (177), 2. Texterstellung (150) und 3. Zusammenfassen und Fragen beantworten zu hochgeladenen Dokumenten (124).
An der THB haben sich 24 Lehrende beteiligt. Die hiesigen Ergebnisse spiegeln das gleiche Bild, mit einer Ergänzung: Lehrende wollen Ihren Studierenden an dritter Stelle neben Zusammenfassen und Fragen beantworten zu hochgeladenen Dokumenten auch die generative Bilderstellung ermöglichen (gleichhohe Bewertung). THB-Lehrende wünschten sich in den Freitextantworten zudem KI-Programmierunterstützung, sowie Hilfe bei der Datenauswertung. Im Fremdsprachenbereich wünscht man sich besser funktionierende, spezialisierte KI-Unterstützung und manche Lehrende wollen auch explizit keine KI-Tools in ihrer Lehre verwenden. Weiteres Feedback betont, dass wir KI an der THB über die Perspektive der Nutzenden hinaus angehen müssen - uns als Hochschule also unbedingt als KI-Gestaltende verstehen und ausstatten müssen.
In einzelnen Kommentaren wünschten sich Kolleg:innen KI-Toollizenzen - bitte schauen Sie hierfür, ob eine THB-Lizenz für "fobizz" (Plattform diverser digitaler Tools, darunter versch. generative KI-Tools, basierend auf bis zu 5 Sprachmodellen, u. a. auch ChatGPT) für Sie infrage kommt und melden sich dann gern bei uns, an diglehre[at]th-brandenburg.de! Andere wünschten sich einen Lernassistenzbot für Studierende - auch den gibt es bereits mit Prof. André Nitzes StudyBuddy (Die persönliche Vorstellung seines Bots vom 29.02.2024 können Sie in der Aufzeichnung im internen Moodlekurs Digitale Lehre im Ordner LEHR|KRAFT anschauen; den Bot selber finden Sie hier)
Herzlichen Dank für Ihr Feedback, liebes Kollegium!